Zwei Jahre hintereinander war er ausgefallen, der König Ludwig Lauf im bayerischen Oberammergau. Nun aber kehrten endlich wieder reichlich Schnee, leichte Minusgrade und ein strahlend blauer Himmel ins Ettal zurück, so dass einer neuen Auflage des Skiklassikers in 2026 nichts im Wege stand.
Aber dieses war nicht der einzige Grund für das Strahlen von Sabine Selter, Sportlerin des TV Attendorn, am vergangenen Wochenende. Erneut und nur eine Woche nach ihrem tollen Abschneiden in Bodenmais stand die Langläuferin aus der Hansestadt auf dem Podest und konnte die Silbermedaille in der AK entgegennehmen. Gemeinsam mit Nicola Wittner von der LG Lauter hatte sich die Physiotherapeutin im Skatingrennen früh vom Feld ihrer Altersgenossinnen abgesetzt und sich ein beherztes Rennen geliefert. Ganze 12 Sekunden lag sie am Ende hinter der Siegerin zurück und finishte in sehr guten 1:15:05,9 über die gut präparierte 22 Kilometer Distanz.
Einer der ersten Gratulanten war mit Julian Müller ein weiterer Starter aus den Reihen der Attendorner Skiabteilung. Das hoffnungsvolle Nachwuchstalent, das noch im Jugendbereich zuhause ist, war vor drei Jahren auf Rang 17 ins Ziel am Sportplatz der Gemeinde eingelaufen. Dieses Mal lief es trotz vorangegangener Verletzung noch eine Stufe besser. So konnte ihn Trainer Uli Selter bereits nach 27:54,1 an der Finishline begrüßen und gleichzeitig zu einem bemerkenswerten 7 Gesamtrang im Herrenfeld gratulieren.
Verfügten die Skater am Samstag noch über Dauerfrost und eine Topploipe so zeigte sich das Wetter entgegen den Prognosen nur 24 Stunden später von einer ganz anderen Seite. Es war wärmer geworden über Nacht und so verlief das Rennen in der klassischen Technik über 45 Kilometer in diesem Jahr erheblich langsamer als in der letzten Ausgabe vor nunmehr drei Jahren.
Mittendrin im Pulk der rund 650 Starter war erstmalig auch wieder Rückkehrer Benjamin Selter. Nach einem Jahr studien-und examensbedingter Pause stand er erneut im Block 1, wohlwissend, dass er eigentlich überhaupt nicht wusste, wie sein aktuelles Leistungsvermögen einzuschätzen ist. Das aber konnte er exakt 2 Stunden und 22 Minuten später. Mit einem furiosen Auftakt schaffte es Selter zunächst mit der erweiterten Spitze mitzugehen und hielt sich lange und überraschend im Feld der Topp 20. „ Nach rund 30 Kilometern konnte ich das hohe Tempo nicht mehr mitgehen und musste schließlich etwas abreißen lassen“, so sein persönliches Resümee. Das es dennoch zu einem Gesamtrang 33 im starken Herrenfeld und bei engen Zieleinläufen führte war zweifellos eine positive Überraschung des Wochenendes.
Für eine weitere Überraschung sorgte derweil Klaus Gabriel. Der Heldener, der traditionell nicht nur sommers wie winters den Ammergau als zweite Heimat betrachtet, konnte seinen mitgereisten ‚Fanclub‘, bestehend aus Uli Gabriel, Christoph Klein und Markus Schmitz mit einer persönlichen Bestleistung beglücken. Gabriel, der stets auf der halben Distanz über 22 Kilometern an den Start geht, verbesserte trotz der widrigen äußeren Bedingungen seine Wettkampfzeit um gleich 10 Minuten, finishten sein Rennen in 2:16:30,5 und belegte damit den 184. Rang im Gesamtklassement.

