Triathlon Challenge Roth

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Frank Schulte, Astrid Hellner, Uli Arning im Ziel

Es ist das Wimbledon des Triathlons, das Mekka für Ausdauersportler und ein Event, das Jahr für Jahr Grenzen verschiebt: Die Challenge Roth. Am Sonntag, dem 5. Juli 2026, strömten erneut rund 300.000 begeisterte Zuschauer an die Strecken im mittelfränkischen Landkreis Roth, um die weltbesten Profis und über 3.500 Hobbyathleten anzufeuern. Mittendrin statt nur dabei: Die TRI-TIME Staffel des TV Attendorn, die gemeinsam mit ihrem unermüdlichen Fanclub für ein unvergessliches blau-gelbes Ausrufezeichen sorgte.

Während an der Weltspitze der Franzose Sam Laidlow mit einer historischen Fabelzeit von 7:21:04 Stunden einen neuen, atemberaubenden Weltrekord aufstellte, kämpfte unsere TV-Attendorn-Staffel mit Herzblut, perfekter Renneinteilung und dem puren Willen der „TRI-TIME Family“ gegen die Uhr und die Elemente.

Hier ist die ausführliche Chronik eines geschichtsträchtigen Tages.

Der emotionale Vorlauf: Das Wechselbad der Gefühle

Das Abenteuer Roth beginnt für ein solches Event nicht erst am Startschuss, sondern Tage zuvor. Bereits ab Donnerstag befand sich die Attendorner Delegation in einem permanenten Wechselbad der Gefühle. Die Abholung der Startunterlagen in der riesigen Triathlon-Messe, das offizielle Athleten-Briefing, das präzise Einchecken der High-Tech-Räder in der Wechselzone 1 und die traditionelle Pastaparty ließen den Puls der Beteiligten von Tag zu Tag steigen.

Ein echter Nervenkrimi spielte sich rund um das Thema Wassertemperatur ab. Tagelang sank der Messwert im Main-Donau-Kanal täglich um wenige Zehntelgrad und kratzte haarscharf an der magischen Grenze. Am Wettkampfmorgen um 5:30 Uhr stand die Entscheidung der Kampfrichter fest: 25,0 Grad Celsius – offizielles Neoprenverbot! Was für viele Athleten kollektives Aufstöhnen bedeutete, sorgte im Lager des TV Attendorn für leise Vorfreude.

Der Renntag: Drei Disziplinen, eine Mission

Disziplin 1: 3,8 km Schwimmen – Uli behält die Nerven im Kanal

Als die ersten Startgruppen der Profis bereits frühmorgens unter den Klängen dramatischer Musik das Wasser zum Kochen brachten, hieß es für die Staffeln: Warten. Erst um 9:30 Uhr ging es für die letzte Startgruppe endlich los. Während das Campinglager sich leerte, brauchte Startschwimmer Uli vorab die absolute Ruhe, um sich voll zu fokussieren – ein ausgiebiges Frühstück und das finale Packen der Utensilien inklusive. Nach einem letzten, emotionalen Einschwören im Team ging es an die Startlinie.Der Startschuss ertönte und bedeutete im dichten Feld zunächst maximale Vorsicht: Arme und Beine flogen durch die Luft, Orientierung war alles. Doch Uli spielte seine exzellente Wasserlage ohne Neoprenanzug voll aus, schwamm sich nach kurzer Zeit frei und fand einen konstant starken Rhythmus. Vom Lärm der Zuschauermassen am Ufer bekam er im Wasser zwar kaum etwas mit, doch der Ausstieg hatte es in sich: Der mitgereiste Attendorner Fanclub empfing ihn nach 1:20:37 Std. Schwimmzeit mit ohrenbetäubendem Lärm. Getragen von diesem Adrenalinschub sprintete Uli zum Wechselplatz, wo die Übergabe reibungslos funktionierte.

180 km Radfahren – Frank bezwingt den Solarer Berg und den Regen

Auf den Spuren der Weltelite ging es für Frank auf die 180 Kilometer lange, komplett gesperrte Radstrecke. Und die Kulisse zeigte sofort Wirkung: Die TRI-TIME Fans standen bereits am Rand der Wechselzone parat. Angestachelt vom enormen Vorschussjubel ging Frank die ersten 10 Kilometer mit einer deutlich zu hohen Pace an, korrigierte diesen Rhythmus jedoch sofort strategisch. Schließlich stand er vor einer persönlichen Premiere: Zuvor hatte er im Training maximal 140 Kilometer am Stück absolviert.

Die erste Schleife von Heideck hinunter nach Greding lief wie am Schnürchen. Die Kehrseite des Extremsports zeigten jedoch die vereinzelten Rettungswagen an der Strecke – eine ständige Mahnung, den eigenen Körper nicht zu überfordern und wachsam zu bleiben. Nach den reißenden Serpentinen hinauf nach Kleinnottersdorf und Untermäßing stieg die Spannung ins Unermessliche.

Am Kränzleinsberg stellte sich die erste Gänsehaut ein, bevor das absolute Highlight folgte: der legendäre Solarer Berg bei Hilpoltstein. Eine Wand aus tausenden Menschen öffnete sich erst im letzten Zentimeter vor dem Vorderrad und peitschte Frank die Steigung hinauf – ein unbeschreibliches Gefühl! In der zweiten Runde wurde es ein zäher Kampf um den erhofften 30er-Geschwindigkeitsschnitt. Trotz eines heftigen Regengusses auf den letzten 10 Kilometern lieferte Frank eine sensationelle Punktlandung ab: Nach exakt 6:00:49 Stunden und völlig ausgelaugt, aber überglücklich, übergab er in Wechselzone 2 an die Schlussläuferin.

42,2 km Marathon – Astrid beißt sich durch die Schwüle ins Ziel

Durch den vorangegangenen Starkregen hatte sich die Luft extrem schwul erhitzt – eine zusätzliche Barriere für den abschließenden Marathon. Doch Astrid, top vorbereitet und als erfahrene Athletin tiefenentspannt, ließ sich nicht beirren. Sie fand sofort ihren Tritt. Die sensationelle Organisation der Challenge Roth und die tausenden Helfer machten die Strecke zu einer Partyzone: Jeder Athlet wurde permanent mit Namen gerufen und nach vorne gepusht.

Ab Kilometer 32 begann die mentale und physische Reifeprüfung, als die Strecke spürbar bergauf in Richtung Büchenbach führte. Angetrieben von ihrem inneren Mantra – „Lauf einfach weiter, gleich hast du es geschafft und wirst belohnt, ausruhen kannst du danach“ – mobilisierte Astrid die letzten Reserven. Auf den finalen 6 Kilometern konnte sie sogar noch einmal beschleunigen. Immer wieder ein entscheidender Faktor: Der eigene, phänomenale Fanclub, der zu diesem Zeitpunkt bereits seit über 12 Stunden auf den Beinen war, um an verschiedenen Streckenpunkten für maximale Motivation zu sorgen.

Der Lohn: Ein hochemotionaler Finaleinlauf

Als Astrid (Laufzeit 3:44:45) auf die Zielgerade einbog, warteten Uli und Frank bereits. Der gemeinsame Einlauf des gesamten Teams in das prall gefüllte, kochende Stadion von Roth war Gänsehaut pur, die man nicht in Worte fassen kann. Das Gefühl, Teil des größten Triathlon-Spektakels der Erde gewesen zu sein, belohnte die monatelangen Entbehrungen des Trainings im Bruchteil einer Sekunde. Nach 11:11:09 blieb die Stoppuhr für das Trio im neuen Zielbogen stehen.

Nach dem sportlichen Erfolg folgte der verdiente Lohn: Bis tief in die Nacht feierte das Team gemeinsam mit den mitgereisten Fans auf der legendären Finishline-Party im Stadion.

Fazit des Wochenendes: Das Projekt Roth 2026 war ein Paradebeispiel für Teamgeist, Respekt, absolute Zuverlässigkeit und die pure Leidenschaft für den Ausdauersport. Ein riesiges Dankeschön gilt der gesamten TRI-TIME Family – sowohl den Athleten als auch den unermüdlichen Supportern an der Strecke. Eines steht nach diesem denkwürdigen Tag felsenfest: Es war definitiv nicht der letzte Auftritt des TV Attendorn im Mekka des Triathlons!

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Über den Verein:
Der Turnverein Attendorn ist ein Sportverein im Kreis Olpe im Sauerland, welcher seit über 120 Jahren diverse Sportarten mit viel Leidenschaft und bester Qualifikation aller Übungsleiter*innen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene rund um Attendorn anbietet.

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