Melina Schöttes und Benjamin Selter bei internationalem Profirennen am Start

Archivefoto( coronabedingt) aus dem letzen Jahr - Benjamin Selter und Melina Schöttes

Archivefoto( coronabedingt) aus dem letzen Jahr - Benjamin Selter und Melina Schöttes

Engadin (21.01.2021) Eigentlich hatten sie den Winter schon abgeschrieben, eigentlich … Wenn Melina Schöttes vom SC Oberhundem und Benjamin Selter vom TV Attendorn dennoch am vergangenen Wochenende im schweizerischen Engadin in die Wettkampfloipe steigen konnten dann hat das auch was mit ihrer Vorgeschichte zu tun.

Mit einem Überraschungssieg beim Dolomitenlauf im vergangenen Winter und einer Topp-Platzierung beim wohl bedeutendsten Rennen, dem schwedischen Wasalauf, hatte die 22-jährige angehende Physiotherapeutin in den vergangenen Wintern bereits für Furore gesorgt. Auch Benjamin Selter zeigte mit Podestplatzierung im Tannheimer Tal, beim tschechischen ‚Jizerska‘ oder auch dem Kaiser-Maximilian Lauf, dass die beiden Sportaushängeschilder des Kreises Olpe zurzeit wohl auch die beiden besten Skimarathonspezialisten in NRW sind.

Startete Melina bereits in der vergangenen Saison für ein deutsches professionelles Team, wechselte sie im Sommer zu dem neu gegründeten „Team Zipps“, für das nun auch Benjamin Selter an den Start geht. Nur diese sogenannten Pro-Teams haben in der momentanen Situation die Möglichkeit zum Rennen. „Das Team Zipps ist richtig gut aufgestellt, durch einen Arzt im Team können die vorgeschriebenen Coronatests vorab und noch einmal vor Ort abgesichert werden. Mit einem absolut strengen Hygienekonzept gehen die Skilangläufer ähnlich wie die Fußballprofis zu Werk, „erläutert Andreas Schöttes die absolut abgesichert Ausgangssituation. „Natürlich keine Zuschauer, Masken bis zum Start und direkt nach Zieleinlauf“, ergänzt der Chef des SC Oberhundem, der als Betreuer des Teams die beiden Sportler begleitete.

„Da stehst du plötzlich mit Weltcupläufern und Wasalaufsiegern in einer Reihe. Das macht schon ein gewisses Kribbeln“, beschreibt Benjamin Selter die Situation aus dem Startgelände in Zuoz. Genau dort fiel zunächst für Melina Schöttes der Startschuss der ‚La Diagonela‘ bei mehr als 20 Grad Minus. 60 Kilometer klassisch mit satten Höhenmetern auf einem Niveau von mehr als 17oo Metern hieß die Vorgabe. Und die wusste die Oberhundemerin hervorragend umzusetzen. Während vorn die schnellen Schwedinnen mit Jenny Larsson und Wasalaufsiegerin Lina Korsgren die Pace machten, schaffte es Melina Schöttes rasch sich unter die besten 20 Starterinnen zu schieben. Hinauf nach Sameden, Sankt Moritz, das Rossegtal und durch Cellerina und Pontresina gelang es der 22jährigen hervorragend dran zu bleiben und sich am Ende einen begehrten Rang unter den Topp 20 zu sichern. 3:51:14,7 zeigte die Uhr im Ziel , trotz einer kältebedingten recht stumpfen Loipe. Platz 19 in der Gesamtwertung, sowie ein mehr als herausragender Platz 5 in der sogenannten „Youth-Wertung“, der Sportler bis 26 Jahre, war nach den guten FIS-Rennen in Österreich und der Schweiz ein mehr als gelungener Einstand in den Skimarathon in dieser Saison.

Rund eine halbe Stunde später ging es für Benjamin Selter in die Loipe. Während zunächst der ehemalige norwegische Olympiasieger Anders Aukland für die Führungsarbeit sorgte, konnte sich nach 60 Kilometern letztendlich Oskar Kardin vom Feld absetzen und auch bei den Männern für einen schwedischen Sieg sorgen, noch vor den favorisierten Norwegern Nygaard, Eliassen und Gjerdalen.

Rang 63 gesamt hieß es am Ende für Benjamin Selter. Der 24-jährige Student aus dem Langlaufteam des TV Attendorn überquerte damit in guten 3:30:59,6 gleichzeitig als 5. Deutscher im Feld die Finishline in Zuoz. „Die letzten Kilometer waren echt hart“ , kommentierten Melina Schöttes und Benjamin Selter im Ziel erschöpft aber überglücklich. Es war nicht nur die gefühlte Kälte, sondern auch die Schwierigkeiten in der Getränkeversorgung, die Probleme machte. Schließlich frieren bei diesen Minusgraden schnell alle Flüssigkeiten ein.

Weiter geht es für die beiden bereits am nächsten Samstag unter ähnlichen, aber hoffentlich nicht ganz so eisigen Bedingungen beim Marathon von Toblach nach Cortina in Italien.

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