Mit Topspin an die Spitze?

Eines der größten Tischtennistalente in Deutschland: der 14-jährige Francesco Salvaggio.( Foto Jörg Fuhrmann/WTTV)

Eines der größten Tischtennistalente in Deutschland: der 14-jährige Francesco Salvaggio.( Foto Jörg Fuhrmann/WTTV)

Stolz präsentiert der 14-Jährige seine Titel, Pokale und Medaillen (Foto Mario Wurm)

Stolz präsentiert der 14-Jährige seine Titel, Pokale und Medaillen (Foto Mario Wurm)

Sein erstes Tischtennismatch bestritt Francesco Salvaggio vom TV Attendorn am 6. Januar 2018. Nun – knapp anderthalb Jahre später – gehört der 14-Jährige bundesweit zu den größten Talenten des Sports und verdoppelte seinen Initialwert von 837 auf 1612 TTR-Punkte (Tischtennis-Ranking).

Attendorn ( 17.08.2019 - Mario Wurm, Sauerlandkurier) Francesco Salvaggio ist wohl das, was landläufig als Naturtalent beschrieben wird. Vor fünf Jahren aus Italien nach Deutschland gekommen, musste sich der damals Neunjährige in seiner neuen Heimat erst einmal einleben. „In Italien ist der Tischtennissport sehr unbekannt. Fußball ist dagegen, wie auch in anderen Ländern, allgegenwärtig.“ Deswegen machte Francesco seine ersten Erfahrungen mit dem Tischtennissport erst relativ spät: „Anfangs habe ich hier in Deutschland mit einem Freund gespielt, der eine Tischtennisplatte zu Hause hatte, dann haben wir selbst eine Platte gekauft und hobbymäßig immer wieder gespielt.“ Im Oktober 2017, mit zwölf Jahren, dann die Anmeldung im Verein – von dort an ging es wortwörtlich Schlag auf Schlag beziehungsweise Sieg auf Sieg.

Erfolge sind zweitrangig

„Bei vielen Kindern und Jugendlichen ist es so, dass die Eltern bei einer solch enormen Leistungssteigerung selbst im Verein gespielt haben oder spielen. Ich komme aber aus keinem Verein, versuche meinen Sohn lediglich bei jedem Spiel zu unterstützen, ihm Tipps und Tricks zu geben“, erklärt Vater Giuliano Salvaggio. „Das wichtigste aber ist, dass er Spaß am Sport hat. Erfolge sind eher zweitrangig.“ Gepaart mit hartem Training – mindestens zwei- bis dreimal in der Woche – und einer riesigen Menge Talent scheinen die Tipps zu fruchten. So sicherte sich der Youngster neben dem deutschlandweiten Rekord der höchsten Leistungssteigerung in der kürzesten Zeit außerdem die Kreismeisterschaft in der Schülerklasse A im TT-Kreis Siegen, ohne in acht Monaten einen einzigen Satz abzugeben. Weitergehend hat er schon an Top 32- und Top 24-Ranglistenturnieren des WTTV (Westdeutscher Tischtennis-Verband) in der Leistungsklasse „Jungen 15“ teilgenommen. Das bedeutet, dass er nach nur anderthalb Jahren schon zu den besten U15-Spielern Westdeutschlands gehört. Aktuell ist Francesco in der 1. Herrenmannschaft des TV Attendorn „an der Platte“. Das Team geht als Aufstiegsfavorit der Bezirksklasse in die neue Saison, stellt unter anderem die Nummern zwei, drei und vier der Liga. Persönlich spielt das Talent am liebsten gegen stärker eingestufte Gegner: „Hier ist der Lernfaktor am höchsten. Zudem macht es am meisten Spaß, sich richtig zu duellieren. Zuletzt verliert man gegen einen höher eingestuften Gegner bei einer Niederlage weniger Punkte als bei einem gleich- oder niedriger eingestuften.“ Um sein Niveau weiter zu steigern, trainiert der 14-Jährige nicht nur in Attendorn, sondern war über die Sommerferien auch drei Mal die Woche in Menden. „Besonders vor Turnieren wie den Westdeutschen Meisterschaft wird das Training noch einmal intensiviert. Hier kann die Einheit schon mal bis zu vier Stunden dauern.“ Die Schule vernachlässigen will der Rivius-Gymnasiast für sein Hobby aber nicht. „Francesco ist da so fleißig, dass er Schule und Hobby unter einen Hut bekommt“, bemerkt Vater Giuliano. Durch einen strukturierten Tagesablauf versucht der Schüler seinem Ziel, sein Talent so weit wie möglich auszunutzen und sein Potenzial komplett auszuschöpfen, näher zu kommen.

Zahlreiche Teams werben um ihn

„Mein Traum ist es natürlich, einmal Profi zu werden und vom Tischtennis zu leben. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber sehr gering“, weiß der 14-Jährige. Dass dies jedoch auch in jungen Jahren durchaus möglich ist, beweisen seine beiden Vorbilder Timo Boll und Tomokazu Harimoto: „Timo Boll ist wie ich auch Linkshänder und spielt seit Jahren in der Weltelite. Tomokazu Harimoto ist dagegen bereits mit seinen 16 Jahren die Nummer fünf in der Weltrangliste“, so Salvaggio. Ob Francesco Salvaggio eine ähnlich steile Karriere vor sich hat, steht in den Sternen. Einen Namen jedenfalls hat sich das Naturtalent bereits gemacht. So verwundert es nicht, dass er nach den Westdeutschen Meisterschaften zahlreiche Angebote von höherklassigen Mannschaften bekommen hat. „Unter anderem hat sich auch der Trainer der U-15-Nationalmannschaft von Italien nach Francesco erkundigt“, berichtet der stolze Vater Giuliano.

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